Adyen ist eine 2006 in Amsterdam gegründete und börsennotierte Finanztechnologie-Plattform (AMS: ADYEN), über die Händler Zahlungen online, in der App und im Laden abwickeln, weil Gateway, Risikomanagement, Abwicklung, Acquiring und Auszahlung in einem einzigen System zusammenlaufen. Unter dem Begriff Unified Commerce führt Adyen Online- und Offline-Zahlungen auf dieser gemeinsamen Plattform zusammen. Für den Verkauf vor Ort stehen eine eigene Terminalreihe, die Terminal API zur Anbindung bestehender Kassensysteme sowie Tap to Pay on Android zur Verfügung.
anybill ist Technologiepartner von Adyen und bindet sich über Adyen Data Connect an. Während eine Adyen-Transaktion belegt, dass ein Kauf stattgefunden hat, hält der anybill-Beleg fest, was tatsächlich im Warenkorb lag, und aus der Verbindung beider Datenströme entsteht hinter jeder Karte eine artikelgenaue Kaufhistorie, auf der sich Kundensegmentierung, Shopping-Mission-Analysen und die Erfolgsmessung von Kampagnen aufbauen lassen.
Damit schließt sich die Erkennungslücke an der Kasse, die den stationären Handel bis heute prägt. Denn obwohl 75 bis 80 Prozent des Handelsumsatzes weiterhin in der Filiale entstehen, sind in Loyalty-Programmen typischerweise nur 20 bis 30 Prozent der Kundschaft registriert. anybill erkennt wiederkehrende Kundengruppen anhand DSGVO-konformer Zahlungsmerkmale und ordnet ihnen die passenden digitalen Belege zu, ohne dass dafür eine App, eine Registrierung an der Kasse oder zusätzliche Hardware nötig wären.
Terminal, Autorisierung und Auszahlung bleiben dabei vollständig bei Adyen, während anybill auf der Datenebene aufsetzt und dort mehr als 65 zertifizierte Kassenintegrationen mitbringt, entwickelt und betrieben in Deutschland und von Grund auf auf DSGVO-Konformität ausgelegt.
„75 Prozent des Handelsumsatzes entstehen im Laden, und trotzdem bleibt die Kundschaft anonym. Die Transaktionen von Adyen und die Belege von anybill verbinden Kunde und Warenkorb mit Loyalty und Marketing.“
Andreas Katzig, Chief Product and Technology Officer, anybill
Die Anbindung beginnt im anybill-Konto, wo Adyen über einen OAuth-Flow verbunden wird. Der Zugriff bleibt dabei eingegrenzt, nachvollziehbar und jederzeit widerrufbar, und API-Keys müssen nicht manuell ausgetauscht werden. Anschließend erteilt der Händler anybill die Webhook-Berechtigung für Payment-Authorization-Events, woraufhin Adyen in Echtzeit BIN, die letzten vier Stellen, Terminal-ID und Gesamtbetrag überträgt, ohne dass die bestehende Checkout-Integration dafür angefasst werden muss.
anybill gleicht diese Daten laufend mit den digitalen Belegen aus dem Kassensystem ab und stellt das Ergebnis dem Händler zur Verfügung, beispielsweise in Purchase Intelligence. Bis zum Produktivbetrieb vergehen dabei in der Regel Tage und keine Monate.
Relevant ist das vor allem für Filialisten und Marken, die online und stationär über dieselbe Plattform abrechnen und ihre Kundschaft am POS nicht länger anonym lassen wollen. Wer bereits Adyen-Terminals einsetzt oder die Terminal API an sein Kassensystem angebunden hat, kann die Datenebene im selben Ablauf vorsehen.
Angesprochen sind ebenso Plattformbetreiber, die Zahlungen für angeschlossene Händler abwickeln und diesen Händlern Auswertungen zum stationären Kauf zugänglich machen wollen. Die Zielgruppe bleibt in beiden Fällen der Verkauf mit physischem Checkout und nicht der reine Onlinehandel ohne Fläche.
Am Terminal endet heute in den meisten Fällen der Kontakt zur Kundschaft, und genau dieser Moment wird durch die Anbindung zu einem Datenpunkt und zu einem Opt-in-Touchpoint für die weitere Ansprache, DSGVO-konform und ohne Eingriff in die Payment-Strecke.
Darüber hinaus schließt der digitale Beleg die Attributionslücke zwischen online und offline, weil sich Media-Budget mit tatsächlichen Transaktionen und Warenkörben verknüpfen lässt und Kampagnen, die auf stationäre Käufe einzahlen, dadurch messbar werden. Dass dabei zugleich weniger Papier anfällt, ist ein willkommener Nebeneffekt.